FASD – eine unsichtbare Behinderung
Eine hirnorganische Schädigung ist nicht sofort für jeden Menschen erkennbar. Oft genug werden Eltern, Erzieher oder Lehrer erst durch Entwicklungs- und Verhaltensauffälligkeiten aufmerksam darauf, dass es bei dem betreffenden Kind ein Problem gibt.
Wir versuchen, Unsichtbares sichtbar zu machen.
Das Sonnenblumenband
…ist in Deutschland noch sehr unbekannt.
Erfahren Sie mehr:
Der weltweit anerkannte „Hidden Disabilities Sunflower“ (Sonnenblumen-Lanyard) hilft Betroffenen, auf ihre unsichtbare Behinderung hinzuweisen und um Verständnis zu bitten.
Unsichtbare Behinderungen sind gesundheitliche Einschränkungen, die nicht sofort erkennbar sind. Dazu gehören beispielsweise chronische Schmerzen, psychische Erkrankungen, Gehörlosigkeit, Autoimmunerkrankungen, Epilepsie oder auch Lernschwierigkeiten.

Ich trage das Sonnenblumenband
und manchmal fragen mich die Leute, was das bedeutet. Dann kann ich über meine Beeinträchtigung sprechen. Manche schauen mich blöd an. Aber viele finden es auch interessant.
Unsichtbares sichtbar machen
Ein Projekt der Schauspielschule Schleswig-Holstein

Sichtbar machen durch Information
Unsere Erfahrung:
Mehr Info bringt mehr Verständnis. Ein Sichtbarmachen von unsichtbaren Behinderungen führt nicht zur Stigmatisierung, es hilft, sie zu vermeiden. Was ich verstehe, was ich kommuniziere, damit kann ich umgehen.
Info Nr. 1: Die Behinderung ist nicht erworben (z.B. durch schlechte Erziehung), sondern eine Folge von pränatalem Alkoholkonsum.

Ängste abbauen durch Information
Unsere Erfahrung:
Menschen reagieren mit Unverständnis oder sogar aggressiv auf Dinge, die sie nicht verstehen können.
Es geht nicht um Entschuldigung, sondern um Erklärung.
Info Nr. 2: Da nur ein Teil der Betroffenen äußerlich sichtbare Merkmale hat, werden ihre Schwierigkeiten oft als Persönlichkeits- oder Erziehungsfehler missverstanden. Die Beeinträchtigungen betreffen Kognition, Emotionen und Sozialverhalten (z.B. Probleme mit Ursache-Wirkung, Impulskontrolle, Reizverarbeitung) und erfordern spezifisches Verständnis und Unterstützung. Oft lebenslang.

Ich habe mir manchmal gewünscht, unser Junge hätte ein auffälliges Gesicht, wie etwa mit Down-Syndrom. Dann würde man uns auch nicht fragen, ob sich das „auswächst“.
